Montag, 25. August 2014

Durchatmen.

Als Mutter liegt die Aufmerksamkeit stets voll beim Kind.
Welche Mami kennt es nicht, die halbherzigen Gespräche mit der besten Freundin,
während man jeden Schritt des Kindes verfolgt, welches sich gerade auf dem Weg zu der kitschigen Dekoration des Cafés macht.
Klar, wir hören zu, wir antworten auch, aber alles ist mehr oder weniger abgehackt, kurz angebunden.
Ich kann mich selbst gar nicht mehr in die andere Seite hineinversetzen, die sich stets unsicher sein muss, ob das Gesagte auch wirklich gehört wurde. Ob die Probleme überhaupt interessieren?

Zuhause denke ich mir dann immer "Jetzt konnt' ich mich wieder kaum unterhalten und auch ihre romantische Erzählung, wie sie ihren neuen Freund kennen gelernt hat, hab ich kaum würdigen können, weil mein Kind wieder drauf und dran war, den Deko-Kieselstein abzulecken."

Genauso geht es mir, wenn ich momentan draußen unterwegs bin.
Klar, ab einem gewissen Kindesalter betrachtet man die Welt zusammen mit dem Kind wieder ganz anders, genauer, aufmerksamer.
Doch momentan ist nur das Haus der Großeltern nebenan interessant.
Natur? Ne, langweilig.

Unterwegs sein mit Kind und Hund ist momentan überhaupt nicht möglich, da die Kleine grundsätzlich in die andere Richtung geht und am besten noch gezielt in Richtung Nachbarhaus.
Platziert im Kinderwagen bin ich dann nur damit beschäftigt, mit brummender Motoren-Imitation den Feldweg entlang zu rennen, damit mein Mädchen nicht das ganze Dorf zusammen schreit.

Ich fiebere also schon den Zeiten entgegen, wenn sie endlich mehr versteht, bzw. sie längere Strecken laufen kann. Denn mal ehrlich: Ihre 13 kg machen sich mittlerweile ganz schön bemerkbar, vor allem, wenn man gleichzeitig noch den Hund an der Leine hat und man vorne am Feldrand eine Katze erblickt.


Ich will ja nicht zu viel meckern. Ich bin gern mit dem Mädchen unterwegs, aber eben nur, wenn wir nicht gebunden sind. Wenn es egal ist, wohin wir laufen und wieviel Zeit wir dafür brauchen.

Aber bin ich dann alleine mit dem Hund draußen, kann ich auch mal abschalten. Ich kann auch mal stehen bleiben, Fotos machen, genauer hinsehen und durchatmen.
Dem Hund ist das egal - im Gegenteil - mehr Zeit zum Schnüffeln.

















Donnerstag, 21. August 2014

Zeit Zuhause.




 








Die letzten Tage waren relativ ruhig bei uns.
Der Herbst klopft langsam aber sicher an der Tür.
Ich merke es oft an mir selbst.
Sonst bin ich eher der unternehmungslustige Mensch. Wann es nur geht, bin ich unterwegs.
Doch seit einiger Zeit, genieße ich die Ruhe zuhause. Ich habe wieder angefangen, zu lesen, zu backen, zu häkeln und zu nähen.
All die Dinge, für die sonst keine Zeit blieb. Und sind wir mal ehrlich,
wer setzt sich schon gern an einem sonnigen, warmen Sommertag ins Haus und häkelt eine Runde?
Meinen Kleiderschrank habe ich bereits Herbsttauglich gemacht. Bis auf ein paar wenige Stücke, landet fast alles in der Truhe und wartet da auf den nächsten Sommer, der hoffentlich mehr warme und sonnige Tage bringt.
Nun hoffe ich auf einen goldenen Herbst, der uns ein wenig über den durchwachsenen Sommer hinweg tröstet.

Heute landete auch bereits der zweite Hefezopf im Backofen.
Ich liebe den Geruch, der dann im gesamten Bauernhaus in der Luft liegt.

Beim täglichen Spaziergang mit dem Mädchen konnte ich dann schon die halb reifen Äpfel im Garten meiner Schwiegermutter entdecken.
Nicht mehr lange, und das leckere Apfelbrot-Rezept meiner Großmutter kommt wieder zum Einsatz.

Zwei Jahreszeiten noch, dann brechen neue Zeiten an. Das nächste Frühjahr bringt große Veränderungen mit sich.
Veränderungen, auf die ich mich freue, die mir jedoch auch gleichzeitig jetzt schon Sorgen bereiten.
Was genau bei uns passiert, erfahrt ihr dann aber erst, wenn es an der Zeit ist.

Montag, 18. August 2014

Manchmal kommt es anders,...

Was ich heute eigentlich alles erledigen wollte.
Manchmal hab ich solche Tage, an denen ich mir etwas bestimmtes vornehme und dann auf einmal meine Pläne völlig über den Haufen werfe. Aber dass es einmal dazu kommt, hätte ich früher nie gedacht:
Plötzlich überkam es mich und ich putzte die Küche komplett durch.
Klar, das ist nun nichts ungewöhnliches, ich putze die Küche eh regelmäßig, jedoch Etappenweise.
Aber heute räumte ich auf einmal alle Schränke und Schubladen aus, reinigte den Herd, alle Küchengeräte, den Kühlschrank...na, eben alles.
Mein Mädchen half natürlich mit, auf ihre Art und Weise. Die Mamis unter euch, wissen jetzt bestimmt wie ich das meine. ;)
Sie räumte die frisch eingeräumten, geputzten Sachen wieder schön auf den Boden. Wohl, damit ich noch einmal gründlicher drüber wische. Ja genau, das war bestimmt der Grund.
Im Hintergrund das Gedudel ihrer Lieblings"muuuuuusssiiiiii".
Manchmal denk ich mir "noch einmal das Lied 'Schlaf Kindlein, schlaf' und ich tick aus.."
Es darf aber immer nur die CD mit den Schlafliedern laufen.
Spaß- und Bewegungslieder? Nicht mit dem Mädchen. Außerdem kann dann das "Beeeebiiii" nicht richtig schlafen.
Was allerdings ein Wunder ist, bei den schweren Hirnverletzungen, die es schon erleiden musste.
"Beeeebiii" hat gegessen, Peng! Schon wird es auf den Boden geknallt. Das liebevolle Streicheln und Küssen danach macht natürlich alles wieder gut.
Aber hey, ich bin mir sicher, auch meine Kleine wird bestimmt mal eine liebevolle Mami, mit viel Geduld...wir üben jedenfalls daran.

Nachdem das kleine Mädchen ihren Nachmittagsschlaf gehalten hatte, ging es dann nach draußen.
Ich würde ja liebend gern den ganzen Tag mit ihr draußen verbringen, aber da läuft keine Schlafmusik, man kann keine Schubladen ausräumen und vor allem kann man nicht mit dem Bobbycar gegen die offene Türe fahren, damit diese mit voller Karacho zuknallt.
Immer wieder versucht die Kleine, sich ins Haus zurück zu schleichen und ich versuche, sie wieder abzulenken und weiter weg vom Haus zu locken. Fast wie ein Cheerleader. "Hey, wow, schau mal, yeah!"
Ich hoffe, das ändert sich wieder.
Eine Zeit lang wollte sie gar nicht mehr nach drinnen gehen, nun ist es komplett anders rum.

 Für so viele Kieselsteine, steigt sie sogar mal von ihrem Auto ab.

 Zu gerne würde ich euch die hässlichen Zensierungen ersparen, aber ich versuche schon, so oft wie möglich ein Bild aus einer günstigeren Perspektive zu schießen.

Der alte Trog in unserem Hof. Manche Blumen sind vertrocknet, andere halten sich hartnäckig und breiten sich aus. Im Herbst muss ich wohl mal wieder etwas ausmisten ;)



In den letzten Tagen war in dem alten, gemütlichen Bauernhof am Ende der Straße, eine nette holländische Familie zu Gast. 
Ich gehe so gerne an diesem Hof vorbei. Er hat kleine Fenster mit niedlichen Fensterläden, alte verschnörkelte Türen und einen großen Garten mit wunderschönen Wildblumen, der mich an meine Zeit in Schweden erinnert.
Geheizt wird im Haus noch mit alten, kleinen Öfen.
Eben noch wie früher. Richtig urig. 

In der Ferienzeit halten sich dort vorzugsweise Familien aus München, Stuttgart usw. auf, da sie hier so richtig die Ruhe genießen können.

Das Mädchen durfte heute sogar ein bisschen mit dem Traktor des Sohnes spielen und war total begeistert davon.
Nun meint mein Mann, dass er damit DAS perfekte Geschenk für ihren 2. Geburtstag gefunden hat...



Und jetzt widme ich mich meinem momentanen Buch und wünsche Euch eine gute Nacht und schöne Träume.


Sonntag, 17. August 2014

Unterwegs.

Heute war ich nach langer Zeit mal wieder allein mit meinem pelzigen Mädchen unterwegs.
Das sind die Momente, die ich ab und an wirklich vermisse. Das quer durch den Wald laufen, Zeit lassen und die Ruhe genießen.
Die Hundedame läuft zwar immer brav neben dem Kinderwagen her, aber mein Mädchen findet das sitzen momentan sowas von doof. Am liebsten ist es ihr, wenn sie selbst unterwegs sein darf und dann natürlich in eine völlig andere Richtung, als ihre Mama und der "Wauwau".
Mein Mann läuft deswegen oft mit der Hündin spazieren, damit die sich auspowern kann und das kleine Menschenmädchen ihre "Maammmmmma" hat.

Von anderen kann sie sich momentan wunderbar verabschieden. Sie verteilt ein Küsschen, winkt zum Abschied und spielt dann weiter.
Aber wehe, wenn sich ihre Mama offiziell verabschieden möchte, dann gibt es ein Drama ohne Ende.

Am Wochenende nutze ich deshalb oft die Gelegenheit, wenn die Kleine ihren Mittagsschlaf hält und dann schnappe ich mir meine pelzige Hundedame und los gehts.



Als wir damals in ein weitaus kleineres Dorf umgezogen sind (wobei ja offiziell nur ich umziehen musste, mein Mann kommt ja gebürtig aus unserem neuen Wohnort), hatte ich schon Angst, dass man sich hier zu Tode langweilt.
Ich muss sagen, es ist schon verdammt ruhig hier, jedoch habe ich mich langsam so sehr daran gewöhnt, dass ich mir die Ruhe nicht mehr wegdenken kann. (Und zur Not gibt es ja immernoch ein Auto)

In meinem Freundeskreis hieß es oft "Wie kannst du nur dort hinziehen?"
Aber wenn ich aus meiner Haustür hinaus spaziere, brauche ich nur 2 Minuten um zum nächsten Feldweg zu gelangen, der direkt in ein ruhiges Waldstück führt. Und das in alle Richtungen. Ob nach Westen, Osten, Norden oder Süden...
Ich liebe das Knackem der Äste unter mir, den Duft nach frisch gemähtem Gras oder den feuchten Fichtennadeln auf dem moosigen Waldboden.
Dabei den Klang der Kuhglocken oder das Rauschen der Laubblätter in den Ohren....herrlich.

Und auch, wenn jetzt viele Sommer-Liebhaber aufschreien:
Ich freu mich auf den Herbst. Auf die Spaziergänge im Wald - auf der Suche nach leckeren Steinpilzen.
Danach nach Hause kommen, in die warme Bauernhaus-Stube, gemütliches Licht, Apfelbrot und Zimtduft.
Mit dem Mädchen Kakao trinken, Bücher betrachten und Musikhören.
Denn diese beiden letzteren Dinge liebt sie über alles.
Zu den wenigen Wörtern, die sie bereits beherrscht, gehört sogar "Muuuusiiii" --> Musik.
Sie summt dann immer mit und wehe Mama vergisst zu summen, dann muss diese gleich angestubst werden.

Und nun wünsche ich euch einen gemütlichen Sonntagabend und zeige euch noch ein paar Bilder von meinen letzten Spaziergängen.


Weinbergschnecken gibt es hier Haufenweise. Vor allem leere Schneckenhäuser
kann man hier gut sammeln. Auf 10m findet man mindestens 3 Stück.

 
Das tiroler Grauvieh unseres Nachbarn.
Vor allem die Kälbchen sehen bei dieser Art besonders niedlich aus.
Der Bach, der durch unser Dorf fließt.

Auf dem Weg zurück ins Dorf.


 Die beste Pilz-Sammelstelle in unserer Gegend.

Meine Hundedame. Nun schon 4 Jahre an meiner Seite.
Ich bin so froh, wie geduldig und vorsichtig sie mit meiner Tochter ist.